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Rotbuschtee ist nicht nur eine besonders leckere Teesorte, sondern hat auch noch viele gesunde Eigenschaften. Im Internet kursieren extrem viele Gerüchte, welche keine wissenschaftliche Basis haben. Wir möchten keine dieser Aussagen widerlegen, sondern lediglich klarstellen, was erwiesen ist und was nicht.

Ist Rotbuschtee giftig?

Es gibt da das eine Lager, welches behauptet, Rotbuschtee, aber  besonders der übermäßige Konsum dessen, sei ungesund oder giftig. Einen verlässlichen Hinweis auf irgendeine Studie oder Untersuchung, weshalb diese Behauptung der Wahrheit entsprechen sollte, gibt es nicht. Solltet ihr zu dieser Fraktion gehören, dann bitten wir um einen Kommentar mit Hinweis auf die Studie. Aus unserer Sicht kann man diese Angstmache getrost ignorieren. Soviel zum Rotbuschtee an sich.

Dennoch kann er durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln giftig sein. Im Oktober 2009 veröffentlichte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Erkenntnisse der Lebensmittelüberwachung 2008. Hier wurde speziell Rotbuschtee geprüft und herausgefunden, dass 75 bis 90 % aller Proben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln enthielten, diese lagen teilweise deutlich über dem Grenzwert. Daher empfehlen wir euch, auf Bio-Rotbuschtee zurückzugreifen.

Hat Rotbuschtee Nebenwirkungen?

Wir können keine Nebenwirkungen (außer vielleicht positive) feststellen, sofern man nicht die Gelassenheit die durch Teetrinken verursacht wird, dazu zählt.

Rotbuschtee als Allheilmittel?

Kommen wir zum anderen Extremlager, welches an vielen Stellen immer wieder Rotbuschtee als das Mittel zur Heilung aller Krankheiten, besonders schwerwiegender Krankheiten, hinstellt. Auch hierzu sagen wir, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Wie gesund Rotbuschtee wirklich ist und was man beachten sollte, klären wir im Folgenden. Hier erfahrt ihr, was Mythos und was Wahrheit ist.

Rooibos Tee im Überblick

Der Rotbuschtee (oder Rooibos) mit botanischem Namen Aspalathus linearis kommt aus dem Norden Kapstadts in Südafrika. Er gehört zu der Familie der Hülsenfrüchte. Sein besonders aromatischer Geschmack mit lieblicher, leicht süßlicher Note bekommt einem besonders gut. Anders als bei den meisten Teesorten wird der Tee nicht aus den Blättern gewonnen, sondern aus den Zweigen der Teepflanze.

Die Teeernte erfolgt einmal im Jahr, hierbei werden die Zweige zerkleinert, zerquetscht und nach erfolgreicher Fermentation getrocknet. Eine Maschinenernte ist eher selten, da sich dieser Vorgang als technisch und finanziell unpraktisch herausgestellt hat. Daher kann man mit großer Gewissheit sagen, dass man echte Handarbeit trinkt.

Charakteristisch ist nicht nur der Geschmack, sondern auch seine rötlich-braune Farbe, welche durch die im Tee enthaltenen Flavonoiden entsteht. Diese Antioxidantien sind einer der Hauptargumente der Gesundheitsbefürworter. Hierauf gehen wir später noch näher ein.

Grün, aber noch besser

Übrigens: alle reden immer über Rotbuschtee, aber wusstet ihr, dass es auch einen grünen Rotbuschtee gibt? Dieser ist im Gegensatz zu seinem roten Kollegen nicht fermentiert und hat einen eher erfrischenden grasartigen Geschmack. Er ist zwar teurer, aber hat deutlich mehr Antioxidantien.

Weiteres Vorkommen und Geschmacksvielfalt

Es gibt aber nicht nur den bekannten Tee im Beutel, bei dem Rotbuschtee zu finden ist, sondern viele andere Produkte. Den Tee gibt es lose oder geschnitten im Beutel. Zusätzlich gibt es ihn als Mischung mit anderen Aromen wie Vanille, Limone, Erdbeere, Pfefferminz, Orange, Wildkirsche, Pfirsich, Kakao, Sahne-Karamell, Gewürze, Yogitee, Kardamon, Kornblume oder Spirulina.

Selbst in Kaffeemischungen der großen Kapselhersteller und als Smoothie ist der beliebte Tee zu finden.

Rotbuschtee Zubereitung

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Wie die meisten Teesorten wird der Tee im Beutel oder einem Sieb mit kochendem Wasser aufgebrüht. Den Rotbuschtee kann man im Gegensatz zu anderen Teesorten auch zu lange ziehen lassen, da er glücklicherweise nicht bitter wird.
Eine Ziehzeit von 8 Minuten empfinde ich als optimal. Wichtig ist den Tee bzw. die Zweige nicht zu eng zu stopfen, damit sich das volle Aroma entfalten kann.

Inhaltsstoffe Rotbuschtee

Bevor wir gemeinsam die Wirkung vom Rotbuschtee entdecken, sollten wir uns ansehen, was überhaupt im Teewunder enthalten ist. Inhaltsstoffe in Rotbuschtee sind diese:

  • Eisen
  • Fluor
  • Kupfer
  • Vitamin C (ist umstritten)
  • Natrium
  • Kalium
  • Phenolsäuren
  • RutiFlavonoide
  • ätherische Öle

Es gibt über 200 bekannte Inhaltsstoffe des gesunden Tees.

Die Zweige der Pflanze enthalten in einer Tasse Tee mit 200 ml folgende Mineralien.

  • Kalium 7,12 mg
  • Natrium 6,16 mg
  • Magnesium 1,67 mg
  • Kalzium 1,09 mg
  • Eisen 0,07 mg
  • Fluor 0,22 mg
  • Kupfer 0,07 mg
  • Mangan 0,04 mg
  • Zink 0,04 mg
  • 99 ätherische Öle

Natürlich haften wir nicht für diese Zahlen. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, können die Inhaltsstoffe auch abweichen oder anderen Menge haben. Häufig wird behauptet, dass Rotbuschtee ein großer Spender von Vitaminen und Mineralstoffen sei, aber das ist so wahrscheinlich nicht ganz richtig. Wie man sieht, kommen diese nur in kleinster Menge vor und sind kaum der Rede wert. Sicherlich ein nettes Plus, aber kein echter Ausgleich für die normale Aufnahme über Nahrungsmittel.

Sportler wählen die Teesorte wegen der Mineralstoffe gerne als isotonisches Getränk zum Durstlöschen. Sicherlich kann man den Flüssigkeitsverlust hierdurch ausgleichen.

Schwarzer Tee, Grüner Tee oder Rotbuschtee, welcher ist am gesündesten?

Schwarzer Tee und grüner Tee haben einen hohen Teein-Gehalt, also Koffein. Gerade bei kleinen Kindern oder Personen, die Koffein nicht vertragen, ist das eine sehr schöne Alternative. Unschöne Nebenwirkungen, die durch zu viel Koffein entstehen können, wie beispielsweise Kopfschmerzen und Rastlosigkeit, bleiben somit aus.

Ein weiteres Plus für den Rotbuschtee ist, dass er im Vergleich zu seinen Mitbewerbern kaum Tannine und keine Oxalsäure enthält. Tannine verhindern die Aufnahme von einigen Mineralstoffen wie zum Beispiel Eisen. Im Tee enthaltenes Eisen kann dadurch deutlich leichter absorbiert und verarbeitet werden. Oxalsäure ist nicht enthalten, aber betrifft auch nicht jeden. Eigentlich ist dieser Faktor hauptsächlich für Menschen, die unter Nierensteinen leiden interessant, doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Rotbuschtee

Antioxidantien – das Allheilmittel auch gegen Krebs

Wir hatten die Flavonide bereits angesprochen. Antioxidantien gibt es viele. Im Rotbuschtee konzentriert sich die Mehrzahl auf Aspalathin, Nothofagin und Quercetin. Diese Antiocidantien schützen unsere Körperzellen vor freien Radikalen, was sich sehr positiv auf unsere Gesundheit, speziell das Immunsystem auswirkt. Das Problem beim Rotbuschtee ist leider, dass die Flavonide nicht nur besonders instabil sind, sondern vom Körper auch schlecht verarbeitet werden. Dadurch war auch das Ergebnis bei mehreren Studien und Untersuchungen immer unterschiedlich. Mal konnte beim Konsum von Rotbuschtee für kurze Zeit ein deutlicher Anstieg verzeichnet werden, mal passierte überhaupt nichts Messbares. Grundsätzlich schaden die Antioxidantien aber nicht, daher: keep on drinking.

Die Antioxidantien mindern grundsätzlich laut Studien auch das Krebsrisiko. Aber auch hier muss man wie weiter oben schon sagen, dass die Werte im Tee und die welche der Körper tatsächlich verarbeitet sehr gering sind. Quercetin und Leteolin können theoretisch Krebszellen abtöten und Tumore am Wachstum hemmen. Der Fairness halber muss man jedoch sagen, dass uns keine Studien bekannt sind, in denen über längere Zeit an Krebspatienten die Wirkung von Rotbuschtee getestet wurde. Daher kann man sagen, dass es bisher keine Beweise für die und gegen die Wirkung von Rotbuschtee bei Krebs gibt.

Quercetin und Querzitrin sollen eine antidepressive Wirkung haben, welche auch Krämpfe löst. Es soll auch eine fördernde Wirkung für das Glückshormon Serotonin geben.

Rooibos Tee Wirkung Blutdruck

Rutin, welches im Rotbuschtee enthalten ist, ist eine Antioxidans, welche die Durchblutung fördern soll und Bluthochdruck verhindert.

Schutz vor Herzkrankheiten

Herz-Gefäß-Erkrankungen haben viele Ursachen. Die häufigsten Gründe sind schlechte Ernährung und Stress. Wenn der schlechte Cholesterinspiegel zu hoch ist, dann hat man ein besonders hohes Risiko einer Herzkrankheit. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass bei Personen, die durch eine hohe Gefahr Herz-Gefäß-Erkrankungen zu bekommen bedroht sind, der schlechte Cholesterinspiegel gesenkt und der gute Cholesterinspiegel durch viel Konsum von Rotbuschtee erhöht wird. Die Teilnehmer der Studie tranken über sechs Wochen sechs Tassen Tee am Tag. Der Test wurde auch mit gesunden Teilnehmern durchgeführt, hier konnte keine Veränderung festgestellt werden.

Heilung von weiteren Krankheiten

Wie bereits erwähnt, wird Rotbuschtee immer wieder als alles heilendes Mittel für diverse Krankheiten angepriesen. Wir haben hier die häufigsten zusammengetragen und müssen leider wieder sagen, dass uns keine Studie bekannt ist, die diese Wirkung belegt.

Verdauungsfördernd

Sicher ist der Konsum von Wasser gut für die Verdauung. Ob diese Wirkung dem Tee zugeschrieben werden kann ist fraglich. Aber da der Darm auch eng mit dem Kopf verbunden ist, möchten wir die Wirkung auch nicht verneinen.

Hilfe bei Schlaflosigkeit

Der Prozess des Teetrinkens wird von vielen als Ruhe spendend und eine Aufgabe der Konzentration empfunden. Daher kann es durchaus sein, dass der ein oder andere durch diesen Tee besser einschlafen kann. Besonders weil kein Koffein enthalten ist. Wissenschaftlich durch eine Studie belegt werden kann es allerdings nicht.

Verbesserung der Knochendichte

Rotbuschtee soll angeblich die Knochendichte erhalten und auch die Knochengesundheit bewahren. Beweise hierfür gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht.

Tee gegen Allergien

Angeblich kann man durch den Rotbuschtee Allergien besiegen oder mildern. Auch hierfür haben wir keine Studien gefunden, die diese Aussage unterstützen.
Man beruft sich in der Regel darauf, dass Flavonoide Aspalathin und Nothofagin als natürliches Antihistaminikum den allergischen Mechanismen entgegen wirken. Dadurch soll er bei Heuschnupfen, Nahrungsmittel- und Hausstauballergien lindernd wirken.

Heilung für die Haut

Auch bei der Haut wird laut einigen Leuten eine positive Wirkung verursacht. So können angeblich die Alpha-Hydroxysäuren die Verhornung vermindern. Der enthaltene Zink wirkt entzündungshemmend, befreit von Verunreinigungen und beschleunigt die Heilung von Akne, bzw. wirkt hier auch präventiv. Auch bei einem Sonnenbrand bringt das Auftragen Linderung.
Leider haben wir bei diesen Quellen wieder keine Hinweise auf eine Studie gefunden.

Fazit

Rotbuschtee ist ein leckerer Tee und einer unserer Lieblingssorten, besonders die grüne Sorte. Egal wie gesund der Tee ist, da er nicht schadet, werden wir ihn auch weiter genießen. Wir wollen mit unserem Artikel keine der positiven Wirkungen bestreiten, sondern lediglich einige Aussagen kritisch und wissenschaftlich hinterfragen.
Fakt ist, dass der Rotbuschtee (der Tee an sich) auf keinen Fall schadet oder giftig ist und augenscheinlich auch einige positive Eigenschaften auf den Körper hat. Wenn ihr Erfahrungen mit dem Thema habt, dann seid ihr herzlich eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen.

Rotbuschtee – giftig oder gesund?
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