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Das Wichtigste zuerst: Beim Oolong Tee, auch „brauner Tee“ genannt, handelt es sich um einen halbfermentierten Tee. Das bedeutet, dass er, anders als grüner Tee, zwar fermentiert wird, aber deutlich kürzer als schwarzer Tee. Es gibt viele verschiedene Oolong, und diese unterscheiden sich in der Fermentierungsdauer und dadurch auch im Geschmack. Ein nur kurz fermentierter Oolong schmeckt frischer als ein länger fermentierter Tee, ohne dadurch aber charakteristisches Aroma einzubüßen.

Beim Oolong handelt es sich um eine traditionelle Teesorte aus China, genauer gesagt aus der berühmten Teeanbau-Provinz Fujian. Mittlerweile werden auch in anderen Ländern Oolong-Tees hergestellt, darunter in den traditionellen Teeanbau-Ländern Taiwan, Indien und Sri Lanka, aber auch in neueren Anbaugebieten wie Kenia und Malawi.

Kurze Geschichte des Oolong

Seit wann genau es den Oolong gibt, ist schwer zu sagen. Sicher ist nur, dass er aus der gebirgigen Provinz Fujian in China stammt, wo er auch heute noch hergestellt wird. Die Höhenlage und das kühle Wetter verleihen dem Oolong  Tee den süßlich-fruchtigen Geschmack, für den er so bekannt ist.

Sowohl der Name als auch die Entstehung des Oolong geht auf eine Legende zurück: wūlóng, wie der Oolong ursprünglich heißt, bedeutet wörtlich übersetzt „schwarzer Drache“. Der Legende zufolge wurde ein chinesischer Teebauer während der Ernte von einem schwarzen Drachen überrascht. Er erschreckte sich sehr und floh; dabei ließ er seine Tee-Ernte fallen und auf der Erde zurück. Später kam der Bauer in seinen Tee-Garten zurück, wo seine Ernte halb verwelkt und schwarz verfärbt am Boden lag. Aus schlechtem Gewissen vernichtete er sie jedoch nicht, sondern bereitete sich aus den oxidierten Blättern einen Tee. Wir können nur erahnen, wie überrascht er gewesen sein muss, als er feststellte, dass sein Aufguss nicht etwa minderwertig, sondern wirklich schmackhaft war.

Die Entstehung des Oolong war also im Grunde genommen Zufall. Heute bemüht man sich, dem Ergebnis dieses Zufalls möglichst nahe zu kommen – deswegen ist der Oolong in der Herstellung auch etwas kompliziert.

Herstellung des Oolong Tee

Anders als normalerweise erntet man beim Oolong nicht die jungen Teeblätter, sondern die, die schon etwas reifer und größer sind. Damit wird sichergestellt, dass sie den langen Prozess des Oxidierens und Rollens auch überstehen. Nach der Ernte legt man die Teeblätter in die Sonne, damit sie etwas Flüssigkeit verlieren und anfangen zu welken. Während sie oxidieren, werden sie immer wieder bewegt und auch aneinander gerieben. Die Blätter werden also absichtlich beschädigt – sie leiden. Dann werden sie gerollt. Mit ein wenig Phantasie erinnert die Form eines etwas stärker oxidierten und gedrehten Oolong-Blatts ein wenig an die Umrisse eines schwarzen Drachens.

Die beiden Arbeitsschritte des Oxidierens und des Rollens werden – je nach gewünschtem Grad der Fermentierung – mehrere Male wiederholt. Um den Oxidierungsprozess zu stoppen, werden die Blätter zum Schluss kurz, aber kräftig in einer Pfanne erhitzt. Die Herstellung des Oolong-Tees kann einen kompletten Tag in Anspruch nehmen. Manchmal vergehen von der Ernte bis zur Verpackung auch mehrere Tage.

Oolong Tee mit einer Tasse

Positive Wirkungen auf die Gesundheit

Dem Oolong Tee werden gesundheitlich wahre Wunderwirkungen nachgesagt, die teilweise auch durch Studien nachgewiesen werden konnten. Am bemerkenswertesten ist sicherlich, dass der Oolong beim Abnehmen hilft. Eine im Jahr 2003 in Japan veröffentlichte Studie untersucht den Einfluss von Oolong Tee speziell auf den Metabolismus von Frauen. Die Studie mit 120 Probandinnen konnte nachweisen, dass sich der Energieverbrauch derjenigen Frauen, die direkt nach einer Mahlzeit eine Tasse Oolong zu sich nahmen, um 10% erhöhte. Zum Vergleich: Bei den Frauen, die Grüntee tranken, erhöhte sich der Energieverbrauch um immerhin 4%,. Bei den Wassertrinkerinnen veränderte er sich gar nicht.

Das Geheimnis des Oolong ist, dass er besonders reich an sogenannten Polyphenolen ist. Polyphenole sind aromatische Verbindungen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen (zum Beispiel in Äpfeln, Rotwein oder Granatapfelsaft) und die zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkungen besitzen. Sie wirken nicht nur entzündungshemmend und krebsvorbeugend, sondern sorgen auch dafür, dass die Fettablagerung in den Blutgefäßen deutlich reduziert wird. Das geht sogar so weit, dass der typische Effekt der Insulinerhöhung, der mit dem Verzehr von Kohlehydraten einhergeht, verringert wird. Wir haben es nicht selbst getestet, aber die Studien legen nahe, dass ihr nach Herzenslust und ohne zuzunehmen Kuchen, Pasta oder Brot essen könnt, wenn ihr vor dem Essen eine Tasse Oolong-Tee zu euch nehmt.

Nachgewiesen ist auch, dass der Oolong Tee eine positive Wirkung auf die Haut hat. Er hat nicht nur einen reinigenden Effekt, sondern er kann auch den sichtbaren Alterungsprozess verlangsamen, ist also wirksam gegen Falten. Das liegt daran, dass die im Oolong enthaltenen Antioxidantien die freien Radikale in Schach halten, die für den Alterungsprozess verantwortlich sind. Außerdem stärkt er – wie alle Tees – das Immunsystem. Und nicht zuletzt wird ihm sogar ein vorbeugender Effekt gegen Karies nachgesagt.

Oolong Tee Zubereitung

Oolong Tee kann, ähnlich wie Grüntee, mehrfach aufgegossen werden. Das Besondere ist, dass er dabei weder an Geschmack, noch an Bekömmlichkeit verliert. Ein weiteres Merkmal des Oolong ist, dass er länger ziehen kann als grüner oder schwarzer Tee, dabei aber nicht bitter wird. Ähnlich wie grüner Tee soll Oolong-Tee nicht mit kochendem Wasser aufgebrüht werden. Die tatsächliche Aufgießtemperatur könnt ihr beim Tee-Händler eures Vertrauens erfragen, denn sie unterscheidet sich von Sorte zu Sorte. Als Faustregel gilt jedoch eine Temperatur von 80 Grad Celsius..

Traditionell bereitet man über den Tag verteilt drei Aufgüsse zu. Natürlich reduziert sich von Aufguss zu Aufguss das Teein; ihr braucht euch also keine Sorgen zu machen, dass ihr nach dem Tee-Genuss nicht gut schlafen könnt. Die drei Aufgüsse haben unterschiedliche Ziehzeiten und tragen schöne poetische Namen: Der erste Aufguss heißt „Tee des guten Geschmacks“ und zieht zwischen einer und drei Minuten. Der zweite Aufguss zieht ein bisschen länger als der erste und heißt „Tee des guten Geruchs“. Und der dritte Aufguss kann bis zu sieben Minuten ziehen und heißt „Tee der langen Freundschaft“.

Natürlich könnt ihr machen, was ihr wollt, aber traditionell wird der Oolong Tee ohne Zusätze wie Milch, Zucker oder Zitrone genossen. So stellt ihr auch sicher, dass er seine positiven gesundheitlichen Wirkungen voll entfalten kann.

 

Oolong Tee – der braune Drachentee
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