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Grüner Tee erfreut sich einer hohen Beliebtheit. Er ist gesund, reinigt Körper und Geist und soll sogar beim Abnehmen helfen. Schon tausende Jahre wird vor allem in Asien grüner Tee in vielen verschiedenen Sorten getrunken. Ursprünglich aus China stammend, fand er seinen Weg mit buddhistischen Mönchen auch nach Japan. Auch in Europa trank man zunächst nur den grünen Tee, schwarzer Tee war lange Zeit unbekannt. Welche verschiedenen Grünteesorten es überhaupt gibt, denn es gibt nicht den grünen Tee, sondern viele verschiedene Sorten grüner Tee. Lest mehr über die Geschichte und Herkunft des grünen Tees in einem anderen Beitrag im Tee-Salon.

Grünteesorten – Von Matcha, Sencha und Gunpowder

Im Großen und Ganzen konzentriert sich die Weltproduktion von Grünem Tee auf den asiatischen Kontinent. Hauptanbaugebiet ist China, gefolgt mit einem großen Abstand von Japan. Aber auch in Vietnam, Indonesien und Indien wird grüner Tee angebaut und verarbeitet. In Ländern wie Nepal, Sri Lanka oder dem Tibet werden auch Grünteesorten angebaut, aber nur in einem sehr geringem Maße. Grundsätzlich kann man bei den Grünteesorten zwei grobe Herstellungsverfahren und Sortenprägungen, die japanische und die chinesische, unterscheiden.

Grünteesorten aus Japan

Die bekanntesten Sorten von grünem Tee in Japan sind wohl Matcha und Sencha. Darüberhinaus gibt es aber auch noch weitere Arten wie Bancha, Kukicho, Gyokuro oder auch Kabusecha. Die japanischen Grünteesorten schmecken viel grasiger und frischer als die chinesischen. Dies liegt an den unterschiedlichen Herstellungsverfahren. Die Japaner dämpfen den grünen Tee, die Chinesen rösten ihn in der Pfanne. Der Sencha-Tee ist die beliebteste Sorte und wird am häufigsten in Japan angebaut. Der Geschmack ist dabei sehr facettenreich und variabel. Je nachdem, woher der Sencha stammt und wie gut die Qualität der Blätter ist, kann er sehr herb bis grasig-süß schmecken. Von derselben Pflanze wie der Sencha stammt auch der Bancha-Tee. Er wird aber später geerntet und die größeren Blätter, die im Schatten gediehen sind, werden verarbeitet. Er schmeckt besonders mild, verfügt aber nicht über einen so hohen Facettenreichtum wie andere grüne Tees.

 

Matcha-Tee – Der besonders hochwertige Grüntee

Die Grundlage für den beliebten Matcha-Tee, den als fein gemahlenes Pulver daherkommt, ist der Tencha. Dieser wird nach dem Dämpfen gleich getrocknet und dann die Rippen und Stängel entfernt. Tencha kann auch so getrunken werden, wird aber meist nur als Grundlage für die Matcha-Tee-Herstellung verwendet. Die Blätter werden hochfein zum bekannten grünen Pulver vermahlen. Dabei muss eher darauf geachtet werden, dass die Mahlsteine nicht zu heiß werden und die Inhaltsstoffe des Tees zerstören.

Grünteesorten Matcha

Bei den japanischen Grüntees solltet ihr darauf achten, dass ihr den Tee aus den nördlichen Regionen Japans verwendet. Leider sind weiter südlich angebaute Grünteesorten oft durch Radioaktivität belastet. Der Tee von den unbelasteten Plantagen oberhalb der südlichen Regionen Japans ist dann aber sogar weniger schadstoffbelastet und hochwertiger als der chinesische Grüntee.IN einem weiteren Beitrag in unserem Tee-salon werden wir euch die japanischen Sorten des grünen Tees noch ausführlicher in ihrer Art und Wirkung erläutern.

Grüner Tee – Sorten aus China

In China wird der Tee nach der Ernte in Pfannen geröstet. Dadurch gehen einige Inhaltsstoffe verloren. Auch sind die Qualitätsansprüche an grünen Tee in China nicht so hoch wie in Japan. Wer also den Tee wegen seiner gesundheitlichen Wirkung trinkt, sollte lieber auf die gedämpften Sorten aus Japan zurückgreifen. Die bekannteste Sorte der chinesischen Grüntees ist zweifelsohne der Lung Ching oder Long Jing, der Drachenbrunnentee. Der Name führt direkt zur Legende, dass nahe eines Brunnens ein glück- und regenbringender Drache wohnte und dort die Teepflanzen besonders gut gedeihen konnten.  Lung Ching ist besonders lieblich im Aroma, wobei die leicht herbe, geräucherte Note durch das Rösten auch etwas durchkommt.

Eine weitere bekannte Sorte ist der Gunpowder, der handgerollt an altertümliches Schießpulver erinnert. Er schmeckt herb mit einer rauchigen Note im Abgang und macht unglaublich wach. Weitere Sorten aus China sind der Huan Shan Mao Feng, der Wuyi-Felsentee oder der Pi Lo Chun. Die hier genannten sind natürlich bei weitem nicht alle Teesorten aus China. Wir werden später auch die Sorten von Grünem Tee aus China detaillierter in einem Blogbeitrag betrachten. Generell ist es in China so, dass die einzelnen Tees sich in ihrer Qualität deutlich voneinander unterscheiden können. Ihr könnt Grüntee mit sehr hoher Qualität genauso kaufen wie Tee mit sehr schlechter Qualität, der extrem schadstoffbelastet ist. Das liegt daran, dass die Qualitätsansprüche in China nicht so hoch angesetzt sind wie in Japan. Wenn ihr darauf achtet, grünen Tee aus biologischem Anbau zu kaufen, seid ihr aber auf der sicheren Seite.

Grüner Tee aus Indien

Auch in Indien, welches wir vor allem wohl durch seine Schwarztee-Produktion kennen, wird grüner Tee angebaut. Assam Darjeeling und Nilgiri können genauso zu grünem wie zu schwarzem Tee verarbeitet werden. Der Unterschied liegt lediglich in der Herstellungsart. Schwarzer Tee wird fermentiert und für die Herstellung von Grünem Tee wird genau dieser Prozess der Fermentation gestoppt. Besonders beliebt ist der Darjeeling-Tee, der angenehm aromatisch und blumig schmeckt. Da die Pflanzen aufgrund der Höhe von oft mehr als 2000 Metern besonders langsam und mit intensiver Sonne wachsen, bilden sie das ganz besondere Aroma heraus. Assam-Tee und auch Ceylon eignen sich nicht so gut für die Produktion von grünem Tee, da sie durch viele Tannine sehr bitter schmecken und auch keine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe besitzen. Beliebt sind beide Sorten daher wegen ihrer Würze besonders als Schwarztees.

Dies war unser kleiner Überblick über Tee-Regionen und Grünteesorten. In den nächsten Beiträgen werden wir uns dem grünen Tee und seinen Wirkungen, dem Anbau und der Ernte, der Herstellung und der Zubereitung widmen.

Grünteesorten aus Japan, China und Indien
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