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Grüntee oder Grüner Tee ist sehr beliebt. Er kommt, wie alle Tees ursprünglich aus China. Es existierten nach alten Überlieferungen mehr als 8000 Grüntee-Sorten. Auch heute noch gibt es wohl, vor allem in China, Japan und Taiwan, noch mehr als 1500 Sorten. Grüner Tee gilt als besonders gesund, Krankheiten sollen durch seinen Genuss vermieden werden und er wirkt genauso anregend wie Kaffee, nur auf schonendere Art und Weise. Er ist belebend, erfrischend und besonders schnell zubereitet. Wo der Grüntee herkommt, was an ihm so gesund ist wollen wir euch im heutigen Blogbeitrag näher bringen.

Grüner Tee – Herkunft und Geschichte

Grüner Tee stammt, wie alle weiteren fünf Tee-Arten, aus China, dem Mutterland des Tees. Die Camellia Sinensis ist die Pflanze, von der alle Teearten stammen. Sinensis bedeutet einfach „aus China“Die Unterschiede ergeben sich durch die unterschiedliche Verarbeitung. Die Geschichte des Grünen Tees reicht fast 5000 Jahre zurück. Der Kaiser Shen-Nong oder auch Meister Shennong genannt, gilt als der Entdecker. Er war ein Kräuterkundiger, der viele Heilpflanzen studierte und deren Wirkung ergründete und durch verschiedene Zubereitungsarten verfeinerte. Eines Tages fiel ihm ein Teeblatt auf seinem Weg vor die Füße. Er sah dies als glückliche Fügung und einen Hinweis darauf, dass es mit diesem Blatt etwas ganz besonderes auf sich hatte. Unklar allerdings ist aber, ob Shennong wirklich lebte oder ob die ganzen Geschichten um den Meister nur ein Mythos sind. Klar aber ist, dass schon vor tausenden von Jahren buddhistische Mönche den grünen Tee zubereiteten und auf seine Wirkung schworen.

Grüner Tee – Vom Heilmittel zum Genußmittel

„Medizin war der Tee zuerst, Getränk wurde er danach.“ Dies schrieb Kakuzo Okakura in seinem als Meisterwerk geschätztem „Das Buch vom Tee“. Nachdem der göttliche Bauer Kaiser Shen-Nong sich den Inhaltsstoffen des grünen Tees gewidmet hatte, wurde das Heißgetränk zunächst als reines Heilmittel getrunken.

Grüner Tee in China

Der chinesische Dichter Lu Yü lag das Thema der Tee-Herstellung sehr am Herzen und er beschrieb diese in seinen Werken sehr ausführlich und exakt. So leitete er im Jahr 780 n. Chr. eine regelrechte Revolution ein in der Tee-Herstellung und seinem Genuss ein. Die Geschichte des Tees kann man eigentlich in drei Abschnitte unterteilen, die durch die Probleme und Fragen der Herstellung und Haltbarkeit der grünen Blätter bestimmt sind. In der Tang-Dynastie wurden vor allem Teekuchen oder Teeziegel gepresst. ZU Pulver zerschlagen und zermahlen wurden die Tee-Blätter vor allem in der Song-Dynastie und in der Ming-Dynastie setzte sich dann das Aufbrühen der Teeblätter, wie wir es heute noch tun, durch. Die Besonderheiten der Tee-Herstellung und -zubereitung werden wir in einem eigenständigen Beitrag näher beleuchten.

Grüner Tee in Japan

Im 8. Jahrhundert erst gelangte der grüne Tee durch buddhistische Mönche nach Japan. Die japanischen Mönche reisten zu der Zeit viel zu Bildungszwecken nach China und brachten den Grüntee nach ihrem Studium mit in die Heimat. Bei den Mönchen war der Tee besonders wegen seiner gesundheitlichen, aber auch konzentrationsfördernden und wachhaltenden Wirkung sehr beliebt. Außerdem ist die Philosophie des Zen-Buddhismus stark in die Teekultur eingeflossen. So wurde in Japan aus dem grünen Tee viel mehr als nur ein erfrischendes gesundes Getränk. Die japanische Teezeremonie erhebt die Tee-Zubereitung zur Kunst und macht den Tee-Genuss zum Bestandteil des Weges des Menschen zur metaphysischen Vervollkommnung. Erst mit einem neuen Verfahren, welches dem Sencha zugrunde liegt, verbreitete sich der Tee auch in der gesamten Bevölkerung.

Der Weg des Grüntees nach Europa

Neben den Schriften eines arabischen Reisenden, der von Tee-und Salzsteuer als wichtige Einnahmequelle in Kanton berichtete, und den Schriften Marco Polos über den Tee, ist im Zusammenhang mit der weltweiten Verbreitung des grünen Tees vor allem der Name eines chinesischen Admirals in Verbindung zu bringen. Zheng He baute mit seiner riesigen Handels- und Schutzflotte einen lebhaften Handel auf. Dies erstreckte sich nicht nur über Afrika und Asien, sondern reichte auch teilweise bis nach Nord- und Südamerika. Anfang des 17. Jahrhunderts trugen die Niederländer durch die Ostindien-Kompanie mit ihrem Monopol auf den Asienhandel den Tee nach Europa. Er nahm auf dem langen Weg vor allem durch schlechte Lagerung einen enormen Schaden, wurde aber dennoch recht schnell in der Oberschicht beliebt und in Apotheken angeboten. Die Preise waren erschwinglich, so dass auch das gemeine Volk den grünen Tee trank und im Laufe der Jahre viele Tee-Häuser entstanden.

Sonnenuntergang in einer Grüntee-Plantage

Sonnenuntergang auf einer Grüntee-Plantage

Erst im 19. Jahrhundert begann der Import von schwarzem Tee nach Europa durch die Engländer. Die königlichen Inseln waren in einen harten Handelskampf mit China verwickelt und begannen, ihre Teeimporte auf Indien zu stützen. Dort allerdings wächst vor allem die Tee-Art Camellia Assamica, also der Assam-Tee, der als Grüntee nicht geeignet ist, da er sehr bitter ist. Durch Oxidation wurde der Tee genießbarer, allerdings auch den meisten seiner gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffe beraubt. Der aromatische Tee wurde aufgrund seiner Farbe als schwarzer Tee bezeichnet und trat seinen Siegeszug weit über die Grenzen von Indien und England an.

Was unterscheidet den Grüntee von anderen Tees?

Nun sind wir auch bei der Unterscheidung von Grüntee und Schwarztee angekommen. Beide stammen aus der gleichen Pflanze, der Thea Camellia. Auch die Unterscheidung in die Camellia Sinensis und die Camellia Assamicus allein ist nicht dafür verantwortlich, ob es ein grüner oder ein schwarzer Tee ist. Erst in der Verarbeitung der Teeblätter wird der eine zum Grün- und der andere zum Schwarztee. Schwarzer Tee entsteht durch Oxidation. In diesem Prozess, der Fermentation genannt wird, werden verschiedene Gerbstoffe zerstört. Dies macht den schwarzen Tee zwar weniger bitter als den grünen, aber zerstört eben auch viele verschiedene Wirkstoffe, die den grünen Tee so gesund machen.

Grüner Tee – Warum ist er so gesund?

Im grünen Tee sind neben dem belebenden Koffein, früher auch Teein, noch sehr viele weitere Wirkstoffe enthalten, die eben durch die gestoppte Fermentation noch in den Blättern enthalten sind. Dies sind vor allem die Catechine. Das sind Gerbstoffe, die als Antioxidanten und Entzündugngshemmer arbeiten und beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt wirken. Je nachdem, wie der grüne Tee zubereitet wird und welche genaue Sorte ihr verwendet, hilft er in vielfältiger Weise. Er kann entgiftend und entsäuernd wirken, den Cholesterinspiegel senken und beschleunigt die Fettverbrennung. Grüner Tee beugt Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Arteriosklerose vor. Im grünen Tee sind aber auch deutlich mehr Vitamine, wie Vitamin C, B und B2 und viele Mineralien wie Magnesium, Calcium, Zink und Fluorid als im schwarzen Tee enthalten.

Über die vielen verschiedenen Sorten, Herstellungsverfahren, Wirkungsweisen und Zeremonien rund um den grünen Tee werden noch einige Beiträge in unserem Tee-Salon folgen. Der grüne Tee, aber auch die fünf weiteren Arten: Schwarzer Tee, Weißer Tee, Pu Erh, Gelber Tee und Oolong werden hier ihr Plätzchen finden. Die Welt des Tees ist riesengroß und unser Tee-Salon wird allen Geschichten und Informationen rund um den Tee genügend Aufmerksamkeit und Platz widmen. Mit einer guten Tasse Matcha widme ich mich sogleich dem nächsten Thema.

Grüner Tee – Herkunft und Geschichte
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